Partnerschule: Verfahren und Ziele

Angesichts des hohen Stellenwertes, den die meisten Menschen einer Liebesbeziehung zuordnen und der positiven Auswirkungen, die das Gelingen einer Partnerschaft auf die psychische/physische Balance der Partner und ihrer Kinder hat, vermittelt Partnerschule vielfältige Kom-petenzen, die es beiden Partnern ermöglicht, ihr bestehendes System Partnerschaft / Familie künftig als gewinnbringende Gemeinschaft – womit weniger der finanzielle Aspekt gemeint ist – für alle Beteiligten zufrieden im Alltag zu gestalten.

Der systemisch-integrative Leitgedanke der Partnerschule ist die Einsicht, dass sowohl der Einzelne das System Partnerschaft/Familie beeinflusst, als auch als Einzelner vom System beeinflusst wird. Anders ausgedrückt: Funktioniert das Miteinander im Alltag, geht es auch den Partnern/den Kindern gut bzw. geht es den Partnern/Kindern gut, tragen sie zum Gelingen des Alltag-Miteinanders positiv bei.

In der Partnerschule hat dabei die persönliche Souveränität des Einzelnen eine zentrale Bedeutung. Die Autonomie des Einzelnen ist hier grundsätzlich an Verantwortung für das “Wir” gebunden. Diese Haltung nimmt den Partner ernst, sein Denken, seine Gefühle, seine Freiheit und Selbstbestimmung und wird den Partner nicht manipulieren. Dieses Treuekonzept wird durch partnerschaftliche Werte mit Leben erfüllt:

  • Selbstbestimmung und Selbstverantwortung
  • Achtung vor der Würde und Integrität des Partners
  • Entwicklung des psychischen und physischen Wohlbefindens
  • Balance des sozialen partnerschaftlichen Gefüges

Das Verfahren Partnerschule grenzt sich somit klar von ideologischen Verschmelzungsideen – wie sie in krpytoreligiöen, esoterischen und pseudowissenschaftlichen “Paartherapie”-Modellen oft vorhanden sind und denen es allen an einer empirischen wissenschaftlich orientierten Überprüfung fehlt – für ein Zusammenleben als Paar ab.

Auf der Grundlage der Wirkfaktoren innerhalb langjährig glücklicher Paarbeziehungen fördert Partnerschule die individuellen Kompetenzen, die für eine sinn-erfüllte Gestaltung einer lebendigen Partnerschaft notwendig sind. Diese erweiterte Beziehungskompetenz ermöglicht dann, die eigene Partnerschaftssituation und vorhandene Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsam tragfähige Lösungen zur Verbesserung der empfundenen Beziehungsqualität zu entwickeln, diese im Alltag zu erproben und dauerhaft zu integrieren.

Basis des Verfahrens Partnerschule

Folgende Grundannahmen bilden die Basis der wachstumsorientierten Paar-Arbeit innerhalb der Partnerschule:

  • Menschen möchten dauerhaft Zufriedenheit und Wohlbefinden in ihrer Partnerschaft erfahren und schenken.
  • Sie möchten verstehen, warum sie selbst und ihr Partner sich so verhalten, wie sie sich verhalten.
  • Sie möchten erkennen, wie Partnerschaft funktioniert und was beide Partner zum Gelingen der Beziehung beitragen müssen.
  • Sie möchten sich zu dem Menschen weiterentwickeln, der sie wirklich sind und ihre individuellen Potenziale entfalten.
  • Sie möchten eine Familie gründen und ihre Kindern gut erziehen, ihnen Orientierung geben und wesentliche Werte vermitteln.
  • Sie wollen als Paar auf Dauer zusammen bleiben und ihre Liebe zueinander bewusst gestalten.

Auf Grund der Bedeutung, die das Verfahren Partnerschule für das konstruktive Miteinander in Ehe und Familie hat, wurde es im Jahr 2000 als Modellprojekt im Rahmen der Aktion des Familienministeriums zur Gewaltprävention gewürdigt.

Verfahren

Partnerschule verknüpft die Vorteile der Einzelarbeit im Partnerschafts-coaching mit den Vorteilen der Beratung und Arbeit in der Paargruppe. Paargespräche, Einzelgespräche, Workshops zu Zweit und Paargruppen mit maximal 7 Paaren (gelegentlich auch Einzelpersonen, deren Partner eine Teilnahme ablehnt) bieten zusammen eine umfassende Unter-stützung für ratsuchende Paare.

Die Kombination dieser Beratungsformen verdeutlicht das Ablaufmodell:

Erstgespräch
1– Darstellung der partnerschaftlichen Situation
– Konkretisierung des Beratungsanliegens / des Zieles
– Befindlichkeits-CheckUp I
– Erläuterung des Verfahrens Partnerschule
– beraterseitige Intervention
Kontext von Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft
2– Beziehungsgeschichte
– Lebensorganisation
– partnerschaftliche Interaktion
– Bindungserfahrungen
– beraterseitige Intervention
Partnerschaftscoachinig
(Paar- evtl. Einzelgespräche)
Partnerschule
(Kurse/Workshops zu Zweit)
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Ressourcenorientiertes Coaching zur Klärung und Überwindung von Konflikten bzw. krisenhaft erlebten Phasen der Partnerschaft; entsprechend des genannten Beratungsanliegens und Kontextes. Erweiterung der Beziehungs-kompetenz durch paarbe-zogene und individuell fördende Interventionen. Erprobung und Integration beziehungsfördender Alter-nativen in den partnerschaft-lichen Alltag. Coaching-Infos hier

Kursmodule Level 1 bis 5 – Inhalte (exemplarisch): – Standortbestimmung
– Individuelle Potenziale
– Selbstwert und Respekt
– individuelle Bindungsmodelle
– Liebes-Grundbedürfnisse
– Verkehrsregeln Beziehung
– Kommunikation/Interaktion
– Gefühle und Emotionen
– Notfallkoffer für Konflikte
– Geben und Nehmen
– Autonomie und Bindung
– Paar-Alltag gestalten
– Liebe und Erotik
– Sinn der eigenen Ehe
– partnerschaftliche Ziele Details Kurs-Module hier
Abschluss
4– Reflektion, Würdigung und Sicherung des Erreichten
– Befindlichkeits-CheckUp II
– Terminierung des FollowUp-Gespräches
FollowUp-Gespräch
5– ca. ½ Jahr nach Abschluss
– Aktuelle Partnerschaftssituation
– Befindlichkeits-CheckUp III
– Entscheidung über evtl. neuen Coachingwunsch

Die Effektivität und Effizienz des Verfahrens wurde in wissenschaftlichen Studien deutlich. Mehr darüber erfahren Sie hier: Wirksamkeit

Details zum Verfahren Partnerschule in dem Buch von Dr. phil. Rudolf Sanders: Beziehungsprobleme verstehen – Partnerschaft lernen, erschienen 2006 im Junfermann-Verlag.

Beziehungsqualitäten

Eine dauerhafte, lebendige und sinnerfüllte Partnerschaft basiert auf bestimmten Qualitäten die es den Partnern ermöglicht, ihre Beziehung emotional intelligent zu gestalten.

Die im Rahmen der Partnerschule vermittelten Qualitäten versetzen die Partner in die Lage, ihren gemeinsamen Sinn dieser Partnerschaft zu definieren, ihn mit Leben zu füllen und sie im Alltag
zu gestalten.

Ziele

Die zentralen Ziele der Partnerschule sind:

  • Erweiterung der Beziehungskompetenz
  • Förderung der Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit
  • Veränderung von Konfliktschemata
  • Bewältigung von Beziehungskrisen
  • Gestaltung der Partnerschaft im Kontext von Autonomie und Bindung
  • Erhöhung der Beziehungsqualität in Liebe und Sexualität
  • Entwicklung eines wertschätzenden und konstruktiven Paar-Seins

Falls es doch zu einer Trennung oder Scheidung kommt, sollen die früheren Partner so viel partnerschaftliches Miteinanderumgehen gelernt haben, dass sie als Eltern (sofern es Kinder in der Beziehung gibt) gut kooperieren können und im Rahmen einer Trennungsbegleitung die bewusste und friedvolle Trennung vereinbaren, um so ihre indivi-duelle Weiterentwicklung weitgehend frei und möglichst unbelastet zu ermöglichen.

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